Dipl.-Biol. Friederike Erlinghagen

Klassische Tierhomöopathie, Ernährungsberatung und Phytotherapie für Hunde und Katzen

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Exkurs: Charakteristika und Wirkungen einiger wichtiger sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe

Ätherische Öle

Starker Geruch

Wirkstoff verdunstet ohne Rückstände

Wirkungen: Krampflösend (spasmolytisch), blähungstreibend (carminativ), antibakteriell, galletreibend (cholagog),harntreibend (diuretisch), auswurffördernd (expektorierend, beim Husten), entzündungshemmend (antiphlogistisch) ; Äußerlich wirken viele ätherische Öle hautreizend und auf der Haut hyperämisierend (durchblutungsfördernd) ; Viele ätherische Öle können Stimmungsänderungen auslösen, z.B. beruhigend oder stimmungsaufhellend. Cave: Ätherische Öle sowohl innerlich als auch äußerlich nicht an Katzen verwenden, Vergiftungsgefahr ! Vorsichtige Dosierung der Drogen !

Drogen mit ätherischen Ölen kühl unter 20 C lagern, Aroma dichte Verpackung, Zubereitung: dürfen nur mit heißem Wasser überbrüht werden, nicht kochen

Beispiele: enthalten in Anis-, Fenchel- und Kümmelfrüchten, Kamillenblüten, Melissenblätter, Baldrianwurzel, Rosmarin, Pfefferminzblätter u.a.

Bitterstoffe

Stark bitterer Geschmack

Appetitanregend, Bitterstoffe reizen die Geschmacksrezeptoren und wirken anregend auf die Speichel-, Magen- und Gallesekretion

Bitterstoffzubereitungen werden 20-30 min vor den Mahlzeiten gegeben

Gute Extrahierbarkeit mit Wasser, Teeaufguss (Infus) oder Kaltansatz (Mazerat, z.B. Tausendgüldenkraut und Wermut)

Beispiele: Salbeiblätter, Löwenzahnkraut und –wurzeln, Enzianwurzel, Tausendgüldenkraut, Wermut u.a.

Gerbstoffe

Herber Geschmack

Gerbstoffe werden äußerlich in Form von Bädern und Pinselungen angewendet, innerlich gegen Durchfall über die Hemmung der Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen

Wirkung reizmildernd und entzündungshemmend, dichtet kleine Blutgefäße ab (z.B. bei Zahnfleischbluten), Wundbehandlung mittels Umschlägen

Beispiele: Blutwurz, Gänsefingerkraut, Brombeerblätter, Heidelbeeren (innerlich), Salbeiblätter (innerlich und als Gurgelmittel), Eichenrinde (innerlich und äußerlich)

Flavonoide

Gelbe Farbe (flavos)

Weit verbreitete Naturstoffe, mit heißem Wasser, besser mit Alkohol extrahierbar

Werden auch als Phytamine bezeichnet

Wirkungen: Normalisieren die Durchlässigkeit der Gefäßwände, Flavonoide haben einen positiven Einfluss (präventiv und kurativ) auf die Brüchigkeit und Elastizität der Kapillaren (kleinste Blutgefäße); Wassertreibend, krampflösend, Herz- und Kreislauffördernd, gegen Husten; Flavonoide der Mariendistel wirken schützende auf die Leber gegenüber leberschädigenden Stoffen

Beispiele: Buchweizenkraut, Mariendistelfrüchte, Weißdornblüten und –blätter, Süßholzwurzel, Passionsblumenkraut, Birkenblätter, Arnikablüten, Mistelkraut, Kamillenblüten, Lindenblüten u.a.

Schleimstoffe

Schleimstoffe sind Kohlenhydrate und mit Wasser gut extrahierbar (bilden mit Wasser eine zähflüssige, viskose Lösung)

Meist Kaltwasserauszüge wenn auch noch Stärke und Pektine enthalten sind, z.B. Eibischwurzel

Wirkungen: Reizmildernd bei Entzündungen der Rachen-, Magen- und Darmschleimhaut, Linderung von Reizhusten, Leinsamenschleim hat eine abführende Wirkung

Beispiele: Isländisch Moos, Eibisch (Wurzeln, Blüten, Blätter), Beinwellwurzel, Flohsamen, Leinsamen, Kamillenblüten, Huflattichblätter und –blüten

Saponine

Saponine bzw. Zubereitungen aus Saponindrogen werden oft als schleimlösendes und auswurfförderndes Mittel bei festsitzendem Husten eingesetzt. Wasserlöslich, sapo = seifenähnlich, Saponine sind chemisch durch einen Zucker- und einen Nichtzuckeranteil (Sapogenin) charakterisiert. Durch die Bipolarität der Molekülstruktur besitzen Saponine Emulgator-Eigenschaften, im Wasser schäumen sie wie Seife. Saponine verfügen darüber hinaus eine ausgeprägte Biomembranaktivität, die u.a. in ihrer hämolytischen Wirkung (Auflösung der roten Blutkörperchen) sichtbar wird. Durch die Herabsetzung der Oberflächenspannung des Wassers und durch die hämolytischen Eigenschaften sind Saponine toxisch z.B. für Fische

Vorsicht: In höheren Dosen örtlich gewebereizend, in pulverisierter Form schnupfenartige Sekretvermehrung

Beispiele: Süßholzwurzel, Primelwurzel, Goldrutenkraut, Birkenblätter u.a.

Anthranoide

Starke dickdarmwirksame Abführmittel (Laxanzien)

Bei chronischer Einnahme kommt es zu einem gefährlichen Elektrolytverlust (Kalium u.a.) und zu einer Einschränkung bzw. zum Verlust der Darmmotorik (Teufelskreislauf: Steigerung der Dosis, kann letztendlich zum Darmverschluss führen)

Anthranoiddrogen wie Aloe (gemeint ist das das reine Aloe, d.h. das gelblich, bräunliche Blattharz – das sog. Aloin – der Aloe vera, das transparente und etwas schleimige Aloe vera Gel dagegen enthält kein Aloin), Sennesblätter, Faulbaumrinde und Rhabarbawurzel sind apothekenpflichtig !

Kieselsäure

Harntreibende Wirkung

Beispiele: Brennesselkraut, Schachtelhalmkraut, Bohnenschalenhülsen u.a.