Dipl.-Biol. Friederike Erlinghagen

Klassische Tierhomöopathie, Ernährungsberatung und Phytotherapie für Hunde und Katzen

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Kleines Heilpflanzenlexikon

Früher waren Heilpflanzen neben wenigen Mineralien und tierischen Produkten die einzigen Heilmittel, die man kannte. Die Erfahrungen im Umgang mit ihnen, erarbeitet von den Arzt-Botanikern der Antike, des alten Ägypten und Mönchen mittelalterlicher Klöster, wurden in vielen Kräuterbüchern von Generation zu Generation weitergegeben.

Heute ist die Heilpflanzenkunde eine eigenständige Wissenschaft. Durch die Bestimmung der Pflanzeninhaltsstoffe und die Erforschung ihrer Wirkung findet Erklärung, was zuvor nur Empirie war. In der Medizin und Tiermedizin werden Heilpflanzen täglich und mit Erfolg eingesetzt: als Tee, Extrakt, als Arzneispezialität auch aus Einzelwirkstoffen. Viele Medikamente enthalten Wirkstoffe pflanzlichen Ursprungs. Heilpflanzen können Krankheiten heilen, sie können vorbeugen und lindern – Wundermittel sind sie allerdings nicht. Ihr Einsatz ist nur dann sinnvoll, wenn die Möglichkeiten und die Grenzen ihrer Anwendung genau beachtet werden. Treten bei ihrem Tier plötzliche, heftige Beschwerden auf oder dauern die Symptome länger an, kann es sich um eine Erkrankung handeln, die einer tierärztlichen Diagnose bedarf.

Fachlicher Rat des behandelnden Therapeuten hinsichtlich der Anwendung von Heilpflanzen ist sinnvoll, zumal viele Drogen auch unerwünschte Wirkungen haben. So sind viele Heilpflanzen nur dann wirksam, wenn sie über einen längeren Zeitraum (kurartige Anwendung 3 bis max. 6 Wochen) und regelmäßig eingenommen werden – aber nicht unbegrenzt. Bei längerer Einnahme bestimmter Pflanzen können z.B. Reizungen des Magens auftreten (Ingwer, Teufelskralle u.a.), bei Korbblütlern, Brennessel und Johanniskraut muss ein allergisches Potential mit einkalkuliert werden. Bei trächtigen Tieren sind Salbei, Rosmarin, Fenchel, Süßholz, Thymian, Teufelskralle u.a. unbedingt zu vermeiden. Desweiteren sind bei der Anwendung von Heilpflanzen und deren Zubereitungen tierartspezifische Unterschiede zu beachten. Wird beispielsweise die spezifische Verdauungsphysiologie z.B. bei Hunden, Katzen als Fleischfresser und Pferden als Pflanzenfresser nicht berücksichtigt, kann dies für das Tier u.U. lebensbedrohliche Folgen haben ! Die meisten Kenntnisse zu erwünschten und unerwünschten Wirkungen entstammen der Humanmedizin, es gibt nur wenige tierartspezifische Studien.

Wichtig zu beachten sind z.B. folgende Problematiken:

  • Während Baldrianöl z.B. bei Hunden oder Nagern beruhigend oder sedierend wirkt, wird durch das Öl bei Katzen der Sexualtrieb ausgelöst
  • Während ätherische Öle (eingenommen bzw. auf die Haut aufgetragen und resorbiert) bei Hunden u.a. über die Niere ausgeschieden werden, ist die Katze dazu nicht (zumindest nicht vollständig) in der Lage. Bei hohen Dosierungen oder längerfristigen Anwendungen von ätherischen Ölen können daher bei Katzen Vergiftungserscheinungen auftreten. Ätherische Öle daher an Katzen sowohl äußerlich als auch innerlich nicht verwenden; Drogen mit ätherischen Ölen als Inhaltsstoff sind vorsichtig zu dosieren
  • Auch Salicylsäure (als Salicin vorliegend), die in einigen Heilpflanzen vorhanden ist, können Katzen nicht vollständig über die Niere ausscheiden, so dass es zu Vergiftungserscheinungen kommen kann

Bei vielen Drogen kann die Kombination mit anderen Heilpflanzen sehr sinnvoll sein, häufig ergänzen sich die Inhaltsstoffe in ihren Wirkungen. Viele Drogen und Drogenmischungen sind als Fertigarzneimittel in unterschiedlichen Zubereitungen (Teemischung, Sirup, Extrakt, Pillen, Pulver etc.) beim Tierheilpraktiker (wenn nicht verschreibungspflichtig und nicht apothekenpflichtig), beim Tierarzt oder in der Apotheke (wenn apothekenpflichtig) erhältlich. Von vielen Herstellern werden Drogenzubereitungen auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, gerne führe ich für ihr Tier eine individuelle Beratung durch !

Ätherische Öle (z.B. enthalten in Minze-Arten, Kamille u.a., sowie Menthol und Campher - ätherisches Öl aus Cinnamomum-Arten, u.a. C. camphora – Kampferbaum, Fam. Lauraceae) sollten während einer homöopathischen Behandlung nicht eingenommen werden, da diese die Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln stören bzw. ganz aufheben.

Und noch ein Hinweis, der mir sehr am Herzen liegt: Viele Heilpflanzen sind vor allem durch zunehmende Zerstörung ihrer Lebensräume (Trocken- und Magerrasen, ungespritzte Feldraine, Feuchtwiesen u.v.m) in ihrem Bestand gefährdet und stehen auf der Roten Liste (und mit ihnen die Blütenbesucher wie Wildbienen, Schmetterlinge …), auch ist die Belastung mit Herbiziden, Schwermetallen etc. an vielen Standorten sehr hoch, so dass allgemein auf Wildsammlungen verzichtet werden sollte – die meisten Heilpflanzen werden mit qualitativ und quantitativ kontrollierten Inhaltsstoffen gezüchtet.

In der folgenden Beschreibung einiger bewährter Heilpflanzen werden zuerst die deutsche, dann die lateinische Drogenbezeichnung (wie in der Apotheke üblich), Stammpflanze (Artname) sowie die dazugehörige Familie genannt. Es folgen Hauptinhaltsstoffe, Anwendungsgebiete und Besondere Hinweise (wie Kontraindikation - d.h. nicht anzuwenden bei gewissen Vorerkrankungen, Trächtigkeit etc. - und unerwünschte Wirkungen ). Die Einteilung der Drogen erfolgt nach Indikationsgebieten, die Auflistung in alphabetischer Reihenfolge. Viele Drogen haben mehrere Indikationsgebiete. Im Anschluss wird in einem Exkurs auf Charakteristika und Wirkungen einiger wichtiger sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe eingegangen.

Verwendete Literatur

Dülffer-Schneitzer, B. (2006): Pferdegesundheitsbuch. FN-Verlag.

Gehrmann, B., Koch, W.G., Tschirch, C.O., Brinkmann,H. (2000): Arzneidrogenprofile. Dt. Apotheker Verlag Stuttgart.

Pahlow, M. (1993): Das große Buch der Heilpflanzen. GU Verlag.

Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Saller, R., Di Carlo, A., Widmaier, W. (2005): Heilpflanzenkunde für Tierärzte. Springer Verlag Berlin-Heidelberg.