Dipl.-Biol. Friederike Erlinghagen

Klassische Tierhomöopathie, Ernährungsberatung und Phytotherapie für Hunde und Katzen

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Heilpflanzen: Unterstützung des Immunsystems und bei Erkältung

Einführung Heilpflanzen

Viele wilde Tiere nutzen instinktiv Pflanzen, um sich gesund zu erhalten oder zur Linderung von Befindlichkeitsstörungen. Pflanzen scheinen in ihren Ernährungs- und Überlebensplan eine nicht unwichtige Rolle zu spielen.

Wölfe und unsere von ihnen abstammenden, seit hunderttausend Jahren domestizierten Haushunde sind keine reinen Karnivoren (Fleischfresser). Wölfe und Wildhunde fressen auch den mit Pflanzen gefüllten Magen ihrer Beutetiere, so sind pflanzliche Bestandteile schon immer Teil ihrer Ernährung gewesen und ihr Verdauungsapparat hat sich an pflanzliche Kost angepasst (im Gegensatz zur Katze, die als reiner Fleischfresser gilt).

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Die Praxis hat gezeigt, dass Hunde sehr gut auf eine Therapie mit Heilpflanzen ansprechen und eine phytotherapeutische Behandlung oft ganz außergewöhnliche Erfolge zeigt. Bei leichten Erkrankungen können Sie ihren Hund gut selber behandeln, ebenso eignen sich Heilpflanzen sehr gut zur Vorbeugung gegen Krankheiten. Traditionelle Anwendungen (z.B. Tee, Wickel, Dampfinhalationen, Heilsalbe) spielen dabei ebenso eine große Rolle wie der Einsatz von modernen Phytotherapeutika, die heute aus definierten, in ihrem Wirkstoffgehalt standardisierten Pflanzen und nach offiziellen Herstellungsrichtlinien produziert werden. Für viele dieser Fertigpräparate liegen klinische Studien und Anwendungsbeobachtungen vor. Im Rahmen dieser rational-wissenschaftlichen Phytotherapie werden bis heute viele Pflanzeninhaltsstoffe erforscht und es werden weiterhin immer wieder neue entdeckt. Doch die Erfahrungen zeigen, dass neben den Monosubstanzen, die in Reinsubstanz extrahiert werden, es gerade in vielen Fällen die Vielstoffgemische der Pflanzen sind, die allumfassend, behutsam und wirksam auf den Organismus einwirken. Bei vielen Drogen kann die Kombination mit anderen Heilpflanzen sehr sinnvoll sein, häufig ergänzen sich die Inhaltsstoffe in ihren Wirkungen.

Immunsystem und Erkältung

Zur vorbeugenden Unterstützung und Kräftigung des Immunsystems bietet sich folgende Kur an: sammeln Sie Klettenlabkraut (Galium aparine) frisch und brühen Sie damit einen Tee auf. Klettenlabkraut ist eine unscheinbare aber jedem bekannte Pflanze, die den Abfluss der Lymphe (Immunflüssigkeit) anregt. Ihre Samen kleben im Sommer am Fell der Hunde und an der Kleidung. Galium aparine wird unmittelbar vor der Blüte im Spätfrühling geerntet, dabei werden für den Tee die Sproßteile verwendet. Für eine kleine Immunkur eignet sich gut der Sommer, geben Sie eine Woche lang ca. eine Tasse täglich (bei sehr kleinen Hunden weniger) frisch zubereiteten Klettenlabkraut-Tee. Hierzu werden 2 EL frische oder 2 TL getrocknete Kräuter in einem nicht metallischem Behälter mit ¼ l kochendem Wasser überbrüht und ca. 8-10 Min abgedeckt ziehen gelassen.

Sollte sich ihr Hund trotzdem eine Erkältung zuziehen, dann lässt auch diese sich in vielen Fällen selber mit Heilpflanzen behandeln. Besteht allerdings die Erkrankung über einige Tage und ist das Allgemeinbefinden ihres Hundes stark gestört, hat ihr Hund Fieber – dann suchen Sie ihren Tierarzt auf! Bei der Untersuchung klärt der Tierarzt ab, wo die Ursache der Reizung ihren Sitz hat. Sind die oberen Luftwege, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre betroffen? Oder geht es tiefer, in die unteren Atemwege, wozu die Bronchien und Alveolen, also die Lunge, zählen?

Stoßen Sie auch hier das Immunsystem kurz und kräftig an, beispielsweise mit Echinacea (Sonnenhut)- oder Wasserdostpräparaten (Eupatorium cannabinum). Wichtig zu wissen ist, dass eine Stimulation des Immunsystems immer eine Modulation ist, das bedeutet, das Immunsystem reguliert sich und pendelt sich ein. Allerdings gibt es Wirkstoffe, die, wenn sie falsch dosiert und zu lange gegeben werden, genau das Gegenteil bewirken – wie z.B. bei Echinacea und Wasserdost. Ein Überschuss des Immunsystems wirkt sich dann in Allergie oder Autoimmunerkrankungen aus. Es wird nur ein kurzfristiges Anstoßen des Immunsystems benötigt und keine Dauertherapie. Auch darf Echinacea nicht bei bestehenden Autoimmunerkrankungen verabreicht werden! Für alle Fertigpräparate mit Echinacea (und auch mit Wasserdost) gilt: kurze Gabe und lieber in Intervallen 3 bis 5 Tage geben, darauf folgt eine Woche Pause, dann nochmals 3-5 Tage geben. Auch die Kapland-Pelargonie (Fertigpräparate) eignet sich sehr gut als Immuntherapie, sie ist zusätzlich noch wirksam gegen Viren.

Es gibt heute eine große Menge an immunmodulierenden Pflanzenpräparaten auf dem Markt, lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem sachkundigen Phytotherapeuten (naturheilkundlich ausgerichteter Tierarzt, Tierheilpraktiker) beraten, der ihnen auch Angaben zur Dosierung machen kann.

Gönnen sie ihrem Hund bei einer Erkältung Ruhe und bieten ihm Wärme an. Bieten sie ihrem Hund, vor allem abends, wenn er stark hustet, Honig an. Einen Teelöffel bei kleinen Hunden und einen Esslöffel bei großen Hunden. Der Honig umkleidet den gereizten Hals, lindert den Hustenreiz und wirkt antibiotisch. Hals und Brustgegend können unterstützend mit angewärmten und mit Heublumenextrakt angefeuchteten Tüchern abgedeckt werden. Statt dieses Extraktes können Sie auch Eukalyptusöl verwenden. Dieses stark riechende Öl aber bitte mit einem Trägeröl, wie z.B. Olivenöl, großzügig vermischen, da es sonst zu Krämpfen der Atemwege kommen kann! Dosierung: 10 Tropfen Eukalyptusöl auf eine Tasse Trägeröl. Auch Inhalationen mit Thymian eignen sich bei Erkältungen. Am besten nutzt man hierzu einen Dampfinhalator. Geben Sie einer Tasse Thymiantee einen Tropfen ätherisches Thymianöl hinzu und lassen Sie ihren Hund dies inhalieren. Bei Inhalationen achten Sie bitte immer ganz besonders auf ihren Hund, damit er sich nicht am heißen Wasser verbrüht! Bei der Verwendung von ätherischen Ölen bitte nur Öle verwenden, die für medizinische Zwecke geeignet sind. Qualitativ hochwertige ätherische Öle finden Sie in ihrer Apotheke.

Achtung: Die hier angegebenen Ratschläge eignen sich nicht für die Katze! Katzen können ätherische Öle und einige Gerbstoffe über die Leber nicht richtig abbauen bzw. nicht über die Niere ausscheiden, hierzu fehlt ihnen ein wichtiger Mechanismus. In Folge kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Lassen Sie ihre Katze nur von einem erfahrenen Phytotherapeuten behandeln!

Teemischung für Husten:

  • 1 Teil Huflattichblüten
  • 1 Teil Huflattichblätter
  • 1 Teil Königskerzenblüten
  • 1 Teil Eibischblüten oder –wurzel
  • 0,5 Teil Thymian

2 gehäufte Esslöffel der Teemischung auf einen Liter Wasser als Aufguss zubereiten, mit guten Honig abschmecken. Für den Menschen: 3 x täglich eine Tasse Tee trinken. Für den Hund 3 x täglich 2 Esslöffel Tee pro 10 kg Körpergewicht. Da der Tee zumindest täglich immer frisch zubereitet werden sollte, für ihren Hund für die Zubereitung entsprechend weniger Tee und Wasser verwenden.

Den Tee bitte nur kurmäßig verabreichen – nicht über 4 - 6 Wochen. Der Tee wird traditionell angewendet zur Reizlinderung, Keim- und Schleimreduzierung bei infektiösen Erkrankungen der oberen Atemwege.

Hinweis: Die Kräuter bitte aus der Apotheke besorgen, da gezüchteter Huflattich inzwischen nur noch einen sehr geringen Anteil an Pyrrolizidinalkaloiden aufweist bzw. frei davon ist. Diese Alkaloide können, wenn sie über einen sehr langen Zeitraum und hochdosiert verabreicht werden, die Leber schädigen. Auch gegen bakterielle Sekundärinfektionen bietet die Natur eine große Bandbreite pflanzliche Antibiotika an (z.B. Präparate mit Merrettich, Kapuzinerkresse), diese können in so manchen Fällen ihrem Hund den Einsatz von Antibiotika ersparen.

 

Literatur

Münchberg, A. (2005): Kräuterbuch für Hunde. Cadmos Verlag.
Nadig, A. (2013): Heilpflanzen für Hunde. Kosmos Verlag.
Reichling, J., Gachnian-Mirtscheva, R., Frater-Schröder, M., Saller, R., Di Carlo, A., Widmaier, W. (2005): Heilpflanzenkunde für Tierärzte. Springer Verlag.